GerambRose 2007

Verleihung des "Geramb-Dankzeichen für gutes Bauen"


Projekt 8
Revitalisierung Bauernhof Beer

Ein landwirtschaftliches Ensemble liegt gut in das Hanggelände eingefügt und in Streuobstbestände gebettet als selbstverständliches und prägendes Element in der oststeirischen Kulturlandschaft. Man kennt dieses Bild, aber es wird immer rarer. Neue Bewirtschaftungsformen, geänderte Wohnbedürfnisse, Ersatzbauten, Stadtflucht, Baumarkt-Philosophie, alle tragen zum langsamen Untergang dieser anonymen Kultur bei.
In St. Magdalena wird ein altes landwirtschaftliches Ensemble durch eine gelungene Weiterführung des alten Gutes zu neuem Leben erweckt. Der Vierkanthof mit Bildstock und Kellerstöckl am Hang ist in vorbildlicher, liebevoller Kleinarbeit und bautechnischer Perfektion mit hohem Aufwand saniert. Der Wohntrakt ist im Inneren auf heutige Bedürfnisse abgestimmt, ohne nach außen eine Substanzveränderung zu zeigen. Die Wirtschaftstrakte dienen zum Teil nach wie vor der landwirtschaftlichen Nutzung und sind teils für neue Funktionen adaptiert. Das großteils verfallene Kellerstöckl ist perfekt saniert und restauriert und widersteht so wieder dem Zahn der Zeit.
Obwohl das Anwesen so extensiv genutzt wird wie das Kulturland, das es umgibt, vermittelt es keinesfalls den Eindruck des Wochenendhauses, es ist nach wie vor stimmig im Bild der Kulturlandschaft. 

Bauherr: DI Oskar Beer
Planung: DI Oskar Beer



Projekt 4
Einfamilienhaus mit Büro - Pritz

Eines ist sicher: Für das Haus Pritz muss man fit sein. Eine sehr steile Hanglage im Osten von Graz verlangt schließlich nach vielen Treppen. Entgegen der klassischen Grazer Schule – der Auflösung in Kuben – steht dieses Einfamilienhaus mit Büro als hangparallel verlaufendes, kompaktes Raumvolumen im steilen Gelände und folgt diesem, ohne es zu kompromittieren. Der Hang wird durch die Dachform noch einmal aufgenommen und bietet so zusätzliche Fläche für die Belichtung. Die schlichte, schön detaillierte Holzfassade stellt den Bezug zum stark durchgrünten und bewaldeten Umraum her.
Das Gebäude ist in vier Etagen angelegt, wobei die unterste als getrennte Einheit genutzt werden kann. Die mittig gelegene Stiege teilt das Volumen in gewollt kleine Nutzungseinheiten. Das Haus zeigt an einem Ort, der eine Bebauung grundsätzlich ausschließt, dass mit guter Planung und Ausführung landschaftsgerechte Architektur auch hier möglich ist.

Bauherr: DI Marto Pritz
Planung: DI Marto Pritz
Ausführung Holzkonstruktion: Holzbau Hirschböck


Fotos: © DI Wolfgang C. Retter, Videos: © adm - Orhan Kipcak

weitere Informationen zur GerambRose: baukultur-steiermark.at